Jasmine Klasen
Im Haus der Museen in Olten steht neu der Kiesel im Rampenlicht
Die drei Jodlervereine verbrachten ein tolles Wochenende mit Einsicht in viele neue Brauchtümer.
Bild: zvg
Region Die Jodlerschar von Gunzgen-Olten und Wolfwil besammelte sich bereits um 06.20 am Bahnhof in Olten. In Bern stiegen dann noch der Jodlerklub Hasenmatt von Selzach zu den reservierten Plätzen. Einige staunten, waren doch die Jodlerinnen und Jodler so früh in voller Tracht unterwegs. Das Ziel war Bettmeralp, wo die kombinierte Jodlerschar eingeladen war von der örtlichen Touristenorganisation zum «Traditions Wuchunend». Das Frühaufstehen hatte einen Grund, umrahmten die Jodler doch bereits um 10.30 Uhr bei der Kapelle «Maria zum Schnee» den Gottesdienst unter freiem Himmel mit sieben Liedern. Dies unter der kundigen Leitung von Martin Riggenbach – der die musikalische Verantwortung bei allen drei Jodlerklubs hat – und alle bestens auf die verschiedenen Auftritte einstellte!
Nachdem Gottesdienst wurde – angeführt vom Challenclub Riederalp (Treichler) und Trachtenfrauen - zum Strassenfest an die Dorfstrasse marschiert, umrahmt von Ständen wie Scherenschnitt, Sattlerarbeit, Lismerfrauen, der Verarbeitung von Korn mit Schlegel und Schafswolle an Webstühlen, Kegeln, Schiessständem und zahlreichen Beizen! An verschiedenen Standorten gaben die Jodler Ständli und wurden von den zahlreichen Besuchern beklatscht.
Am Sonntag war das Ziel dann via Gondelbahn das Bettmerhorn auf 2900 m Höhe mit Blick auf die imposante Aletsch Arena. Als die kombinierte Jodlerschar den «Aletschjutz» zum Besten gab, hatte der Schreibende «Hühnerhaut», so «erdenschön» war der Jutz, umgeben von der sagenhaften, tollen Kulisse.
Der Abstieg zum Bettmersee meisterte die Gruppe via Gondelbahn und leichtem Fussmarsch. Dort trafen man auf die «Gilihüsine-Spieler» – eine urtümliche Form des Hornussens. Bei dieser schönen, alten Tradition geht es darum, einen Knochen von einem Bock mit einem Stecken auf das abgesteckte Feld zu spicken, darin wehren sechs Spieler/innen - mit einem Holzschild ausgerüstet - den Knochen ab und sorgen dafür, dass der Gegner keine Punkte macht. Die Jodlerschar hat auch eine Mannschaft gestellt und wurde tatkräftig angefeuert! Natürlich gehörten verschiedene Jodlerständli zum Unterhaltungsteil vom Sonntag, was vom zahlreichen Publikum auch intensiv applaudiert wurde.
Dem Organisator Erwin von Burg, Präsident vom Jodlerklub Hasenmatt Selzach, möchte der Schreibende ein Kränzli winden. Erwin hat ein super Programm zusammengestellt, das wurde diszipliniert eingehalten. Merci vöumou! Es war ein tolles Wochenende mit Einsicht in viele neue Brauchtümer. Sicher war der Wettergott auch der Seite der Jodler. Denn als die Jodlerschar am Sonntag gegen Abend die Bettmeralp verliess, begann es zu regnen.
Nun freut sich der Jodlerklub Gunzgen-Olten auf das Kirchkonzert in der Oltner St. Martins-kirche vom 26.10.2025. Weitere Details siehe unter www.jodlerklub-gunzgen-olten.ch
Roland Rötheli
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