Fritz Gassmann
Was steckt eigentlich hinter Künstlicher Intelligenz?
Laurent Karrer.
Bild: da
Der neue Gemeindepräsident von Wangen bei Olten, Laurent Karrer, blickt zurück auf seine ersten Monate im Amt und spricht über aktuelle Herausforderungen sowie das Jahr 2026, in welchem das Dorf seinen 800. Geburtstag feiert.
Laurent Karrer, seit kurzem sind Sie als neuer Gemeindepräsident im Amt. Sind Sie und Ihre Ratskollegen gut in die neue Legislatur gestartet?
Ja, wir sind sehr gut in die neue Legislatur gestartet – es gab doch einige «personelle Veränderungen» im Rat. Mit Melanie Meier und Esther Felder nahmen zwei neue Gemeinderätinnen Einsitz und dann gab es wie erwähnt natürlich auch noch den Präsidiumswechsel. Die ersten Monate verliefen wirklich sehr harmonisch und erfolgreich im Rat, auch konnten wir uns bereits zu einer «weichenstellenden» Klausur treffen.
Sie sind in die Fussstapfen Ihrer Parteikollegin Daria Hof getreten. Was haben Sie an ihrem Schaffen als Gemeindepräsidentin am meisten geschätzt?
Daria war wirklich eine Präsidentin für alle Bevölkerungsschichten; sie hatte immer für jede/jeden ein offenes Ohr. Man spürte auch jederzeit, dass ihr das Dorf beziehungsweise die Bevölkerung von Wangen sehr am Herzen lag – sie wollte immer nur das Beste für das Dorf. Und so hat sie auch den Gemeinderat geführt. Was ich an ihr besonders schätzte, war jeweils ihre perfekte Vorbereitung bezüglich der anstehenden Geschäfte. Aber auch an Gemeinde-versammlungen war sie jederzeit tadellos auf alle Eventualitäten vorbereitet. Ja, sie hat die Latte für mich schon ziemlich hoch angesetzt, sie hat mir aber auch einen absolut «sauberen Laden» hinterlassen mit einer perfekten Übergabe – nicht nur persönlich, sondern auch schriftlich, wie es sich für eine Lehrerin gehört (schmunzelt). Dies war für meinen Start schlussendlich sehr hilfreich.
Im letzten Februar erfolgte der Spatenstich zum Schulhaus-Anbau Hinterbüel. Wie schreiten die Arbeiten voran?
Aktuell liegen wir sehr gut im Zeit- und Kostenplan. Mitte Januar sollte der Kran abgebaut werden können, danach wird auch die provisorische Strassenüberführung wieder zurückgebaut. Ende Mai sollte der Bau soweit abgeschlossen sein – danach stehen noch abschliessende Umgebungsarbeiten an. So sollten die fertig eingerichteten Räumlichkeiten pünktlich auf Beginn des Schuljahres 2026/27 im August bereitstehen.
Was auch positiv zu erwähnen ist: Derzeit steht noch eine tiefe sechsstellige Reserve aus dem Baukredit zur Verfügung. Also auch da sollten wir einen positiven Abschluss erzielen können.
Auf welche Highlights im Jahr 2025 in Wangen können Sie zurückblicken?
Mein persönliches Highlight war natürlich die (stille) Wahl zum Gemeindepräsidenten von Wangen. Dann wurde erstmals durch die AG Kultur ein sogenanntes «Frühlingsfest» durchgeführt. Ein neuer Anlass, der uns doch vor allem am Samstagnachmittag beim Kinderkonzert eine volle Alphalle bescherte. Ein weiterer Lichtblick war für mich auch die durchgeführte Seniorenfahrt von Anfang September. Wir verbrachten einen vergnüglichen Tag auf und um den Zugersee. Die Dankbarkeit und Freude der mitgereisten Seniorinnen und Senioren war für mich definitiv ein echtes Highlight!
Welches waren die grössten Herausforderungen, die es im vergangenen Jahr zu bewältigen gab?
Das waren und sind natürlich weiterhin unsere Finanzen – wir sind die nächsten Jahre extrem gefordert, diese wieder ins Lot zu bringen. Dann hatten wir auch bei den Sanierungsmassnahmen beim Schulhaus Hinterbüel II mit etlichen Verzögerungen zu kämpfen, teils kam es auch zu einem Baustopp. Dies war unter anderem auf qualitative Ausführungsprobleme eines beteiligten Unternehmers zurückzuführen. Diese Probleme sind nun aber gelöst und auch hier ist das Ende der Bauarbeiten endlich in Sicht.
Auf der Verwaltung sind wir nach wie vor mit der Einführung/Migration der neuen Gemeindesoftware gefordert. Leider lässt auch hier die qualitative Umsetzung des Anbieters zu wünschen übrig – dies bedeutet aktuell eine extreme Mehrbelastung von unserem Personal sowie eine Verzögerung der anstehenden Arbeiten auf der Verwaltung.
Blicken wir auf das Jahr 2026, in welchem Wangen bei Olten den 800. Geburtstag feiert. Ich nehme an, dieses Jubiläum wird gebührend zelebriert?
Es wird hier nach unseren finanziellen Möglichkeiten gefeiert, zelebriert wäre hier wohl etwas übertrieben ausgedrückt. Aber klar, dieser Geburtstag soll auch für die Bevölkerung wahrgenommen werden können. Da sollte man sicher das Wochenende vom 18./19. September 2026 dick in der Agenda anstreichen. An diesem Wochenende sollen nebst der Einweihung des neuen Schulhauses und Doppelkindergartens auch die 800 Jahre Wangen gefeiert werden. Aber alle, die nun eine Fortsetzung des bekannten 750-Jahre-Jubiläums erwarten, muss ich leider enttäuschen. Da haben sich die Zeiten nach 50 Jahren definitiv geändert und wir können keine solch «grosse Sause» mehr organisieren.
Welche grösseren Themen und Projekte werden in den kommenden Monaten auf der Traktandenliste des Gemeinderats stehen?
Da kann ich zum Teil wieder auf die Herausforderungen vom 2025 zurückgreifen. So wird sich der Gesamtgemeinderat inklusive den Chefbeamten im März zu einer zweitägigen Klausur mit den Hauptthemen Finanzen, Verwaltungsorganisation, Altersstrategie, Bildung und vielem mehr treffen.
Auch wollen wir mit der laufenden Ortsplanungsrevision einen Schritt weiterkommen und im 1. Quartal in die öffentliche Auflage für die Bevölkerung gehen können. Und natürlich liegt mir auch ein positiver Abschluss der Migration und Einführung der neuen Gemeindesoftware am Herzen – auch zum Schutz unseres Personals, da dieses wie erwähnt aktuell zusätzlich sehr gefordert wird.
Sie haben das letzte Wort.
Ich bedanke mich an dieser Stelle herzlichst bei all meinen Weggefährten der letzten Monate – für ihre loyale Unterstützung und wertvolle Mitarbeit mir gegenüber! Ich wurde von allen Seiten sehr herzlich in meinem neuen Amt aufgenommen. Als Gemeindepräsident kann man nur erfolgreich arbeiten, wenn man auch ein entsprechendes Team an seiner Seite hat – sei es politisch, aber auch auf der Verwaltung. Somit starte ich definitiv mit viel Freude und Zuversicht in das herausfordernde Jahr 2026!
Interview: David Annaheim
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