Bruno Rölli
Er konnte seinen Gravurladen in neue Hände übergeben
Stefanie Kurt.
Bild: zvg
«Dene wo’s guet geit, giengs besser, giengs dene besser, wo’s weniger guet geit.» Mani Matters Zeilen über soziale Gerechtigkeit sind über 50 Jahre alt und für Olten gerade erstaunlich aktuell.
Das städtische Sparprogramm zeigt schmerzhaft, wohin die Reise geht. Der Stadtrat kürzt Leistungsvereinbarungen. Betroffen sind Jugend, Kultur, Tourismus, Integration, Benevol, Theater, Sport, Kabarett-Tage, Wirtschaftsförderung und die Spitex. Besonders einschneidend: Die Angebote «OpenSunday» und «MidnightSports» von IdéeSport sollen per 1. Juli 2027 aufgehoben werden. Die Trendsporthalle «Momentum» soll ab 2028 keine Leistungsvereinbarung mehr erhalten. Auch bei Lysistrada wird die Vereinbarung per 2027 nicht verlängert.
Wer hier spart, spart nicht bei abstrakten Budgetposten, sondern bei Menschen. Solche Kürzungen mögen kurzfristig die Rechnung entlasten, doch was kosten sie uns langfristig? Prävention, Beratung und niederschwellige Angebote setzen dort an, bevor soziale Probleme grösser und am Ende auch teurer werden. Soziale Politik ist deshalb nicht nur eine Frage der Solidarität, sondern auch der Nachhaltigkeit und der Weitsicht.
Doch Olten schaut nicht tatenlos zu. Engagierte Menschen, Institutionen und Vereine wehren sich für ein soziales und lebenswertes Olten. Die lancierten Petitionen zeigen: Die geplanten Kürzungen stossen auf Widerstand. Viele setzen sich für den Erhalt dieser Angebote ein.
Bei der Budgetdebatte im November liegt es auch an uns im Gemeindeparlament, Gegensteuer zu geben. Bevor wir Angebote abbauen, die unsere Stadt lebenswert machen, müssen wir auch über höhere Steuern sprechen. Denn ein starkes kulturelles und soziales Netz ist das Fundament einer solidarischen Stadtgemeinschaft.
Bleiben wir bei Mani Matter: «Dene wo’s guet geit, giengs besser, giengs dene besser, wo’s weniger guet geit.» Denn am Ende entscheidet ein Budget auch darüber, was für eine Stadt wir sein wollen.
Stefanie Kurt, SP Olten
Nächste Woche:
Die Mitglieder der Oltner Ortsparteien schreiben abwechselnd «Blickwinkel»-Kolumnen in der NOZ. In der kommenden Ausgabe an der Reihe: SVP Olten.
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