Thomas Fürst
Oltens Finanzdirektor im Interview über das städtische Budget 2027
Regina Graber, Grüne Region Olten.
Bild: zvg
Nach dem zu heissen Sommer wurde es nun kalt. Der Wechsel kam jäh und wir müssen uns ans kühle Nass wieder gewöhnen. Vielleicht merkt man beim Garderobenwechsel, dass der Mantel nicht mehr passt, die Jacke spannt? Einige Klicks später ist die neue Garderobe bereits unterwegs. Alles gut – oder nicht? In Anbetracht der immensen Menge neu produzierter Waren, die wir konsumieren, nein!
Sie braucht unglaublich viele Ressourcen an Energie und Wasser; die Modeindustrie ist laut Swiss Textiles (2023) für rund 10% des weltweiten CO2-Ausstosses verantwortlich, was mehr als die des internationalen Flug- und Seefrachtverkehrs zusammen ist. Tendenz steigend; 2024 gelangten 4,5 Mill. Pakete Billigmode aus Asien in die EU. Es gibt Berechnungen, dass weltweit bereits für 6 Generationen Kleidung produziert ist; wir hätten also noch für lange Zeit mehr als genug.
Aufhören ist keine Vision einer Wirtschaft, die produzieren will. Die Frage ist jedoch, unter welchen Bedingungen soll weiter produziert werden? Wer reguliert und wie? Welche Technologien müssen unterstützt werden, wenn wir die Überproduktion mit ihren daraus resultierenden Abfallbergen, deren Bilder wohl den meisten schon in irgendeiner Form begegnet sind, bewältigen wollen? Textile Sammelorganisationen warnen vor einem Kollaps.
Einen wichtigen Schritt in Richtung Kreislaufwirtschaft hat der Nationalrat am 23.9.26 mit der Motion Sauter («Wirksames Recycling von Textilien») gemacht! Die Schweizer Textilbranche arbeitet mit der Roadmap 2035 bereits an einem Fahrplan für den Aufbau einer funktionierenden Kreislaufwirtschaft. Es braucht eine gesetzliche Regulierung, denn Freiwilligkeit ist wunderbar, aber leider neigt der Mensch nicht nur dazu. Alternativ können wir im Kleinen agieren. Wir können tauschen, Secondhand kaufen, nachhaltig produzierte Kleidung unterstützen, auf Qualität setzen und reparieren; die Nutzungsdauer der Kleider verlängern. Schritte in ein anderes Konsumverhalten, Schritte in einen Kreislauf, von dem wir alle profitieren.
Regina Graber, Grüne Region Olten
Nächste Woche:
Die Mitglieder der Oltner Ortsparteien schreiben abwechselnd «Blickwinkel»-Kolumnen in der NOZ. In der kommenden Ausgabe an der Reihe: FDP Olten
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