Bruno Rölli
Er konnte seinen Gravurladen in neue Hände übergeben
Metzina Wächter «Von dem grossen Regen, der zu Olten mit Zauberie gemacht ward»: aus der Berner Diebold-Schilling-Chronik von 1478-1483.
Bild: Bern, Burgerbibliothek, Mss.h.h.I.1, p. 226
Am Samstag, 28. Februar, fand die 23. GV der Gäuer Spielleute statt. 48 der 83 Mitglieder folgten der Einladung in die Schälismühle und verbrachten einen informativen und geselligen Abend miteinander.
Oberbuchsiten Präsidentin Martina Stöckli blickt auf ein erfolgreiches Projekt zurück. Das Freilichttheater «WillKammen in Mümliswil» stiess auf reges Interesse und erntete viel Lob. Die Vorbereitungen, Proben und Auftritte verliefen weitgehend reibungslos. Alle Mitwirkenden waren mit viel Freude und Einsatz dabei und trugen so zu einem unvergesslichen Erlebnis bei. In Erinnerung bleiben bestimmt die hektischen Kostümwechsel, denn es gab viele Doppel- und Mehrfachrollenbesetzungen. Unvergesslich sind die veränderbaren Bilderrahmen, deren Bau unserem Bühnenbildteam einige graue Haare wachsen liess und natürlich Doris Friedmann, mit ihren komödiantischen Musikeinlagen.
Das Projekt wurde einmal mehr durch tausende Stunden Freiwilligenarbeit und grosszügige Sponsorenbeiträge ermöglicht. Koordiniert wurde es ein letztes Mal von Irma Stöckli. Sie ist wirklich «Eine wie Keine». Sie ist leidenschaftlich, zuverlässig und packt überall mit an. Mit ihrem Organisationstalent und ihrem ansteckenden Enthusiasmus führte sie das Projektteam in den letzten 6 Jahren durch dick und dünn. Nun verlässt sie den Vereinsvorstand und gibt die Projektleitung an Anett Müller ab. Zum Dank für ihren unermüdlichen Einsatz wurde sie zum Ehrenmitglied gewählt.
Die Budgetverantwortlichen Irma Stöckli und Piero Costa hatten alle Hände voll zu tun. Während des Projekts lief rund eine Viertel Million Franken durch ihre Hände. Unglaublicherweise wich die Jahresrechnung dennoch nur um 1,2 % vom Budget ab. Da nun ein Zwischenjahr folgt, sieht das Budget deutlich einfacher aus. Geplant sind eine Schauspielweiterbildung, der Besuch des Freilichttheaters Hägglingen und das Casting zum 14. Projekt.
Nicht zuletzt durch das Anwerbe-Projekt «Neue Gäuer Spielleute» konnten 9 Neumitglieder rekrutiert werden, während 2 Austritte zu verzeichnen sind. Die bestehenden Funktionsträger wurden einstimmig wiedergewählt und Rechnung sowie Budget genehmigt.
Die Zukunft führt die Gäuer Spielleute ins 14. Jahrhundert, in die Zeit der alten Eidgenossenschaft. Damit widmen sie sich einer Epoche des Umbruchs, der Renaissance. Dem Vorstand wurden 6 Themen vorgeschlagen. Zu den drei Vielversprechendsten trug Christoph Schwager Hintergrundinformationen zusammen, die als Entscheidungsgrundlage dienten. Neben der historischen und regionalen Relevanz sollte sich das Thema für den Einsatz von Lichtprojektionen eignen. Diese werden dem Projekt 2027 eine frische Note verleihen. Im Mittelpunkt der Erzählung steht Metzina Wächter, die Wetterhexe von Olten. Als im Jahr 1383 Berner und Solothurner Truppen Olten belagerten, rief Graf Berchtold von Kyburg, Metzina Wächter zu Hilfe. Er bot ihr im Gegenzug an, sie nicht als Hexe zu denunzieren. Metzina beschwor daraufhin ein grosses Unwetter herauf, das die Belagerer zum Abzug zwang. Kurze Zeit darauf wurde Metzina Wächter in Solothurn der Hexerei angeklagt. Dank der Fürsprache einflussreicher Frauen entging sie dem Scheiterhaufen, musste jedoch die Region verlassen.
Hausautor Christoph Schwager ist derzeit mit Recherche beschäftigt. Bis zum Kick-Off-Meeting, am 4. September 2026, soll das Drehbuch stehen.
Der Vorstand ist glücklich mit Anett Müller eine kompetente Projektleiterin gefunden zu haben. Sie ist seit 2022 Projektleiterin der Dramatisch Literarischen Gesellschaft Balsthal. So ist das Projektteam schon beinahe wieder komplett aufgestellt.
Der Abend wurde durch ein sensationelles Apéro Riche abgerundet. Es wurde gemütlich geplaudert und herzhaft gelacht.
Jacqueline Berger
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