Jasmine Klasen
Im Haus der Museen in Olten steht neu der Kiesel im Rampenlicht
Aarburg Die Aarburger Rathaushalle war bis auf den letzten Platz gefüllt, als am Ostermontag ein weiteres Konzert im Rahmen des «Verweilens am Mozartweg» stattfand. Schon vor Beginn lag eine gespannte Erwartung in der Luft, die sich im Verlauf des Abends eindrucksvoll erfüllen sollte. Die Geigerin Agata-Maria Raatz und die Cembalistin Christina Kunz nahmen das Publikum mit auf eine musikalische Reise durch Barock und Klassik, die mit anhaltendem Applaus gewürdigt wurde.
Das Programm spannte einen weiten Bogen von frühesten Osterklängen bis hin zu expressiven Werken des 18. Jahrhunderts. Bereits der eröffnende Hymnus «Victimae pascali laudes» setzte einen feierlichen, fast meditativen Ton. Es folgte ein Ricercar von Johann Caspar Ferdinand Fischer, das die klangliche Vielfalt des Cembalos eindrucksvoll zur Geltung brachte.
Ein erster Höhepunkt des Abends war die Darbietung der Partita Nr. 2 in d-Moll von Johann Sebastian Bach. Mit grosser Intensität und technischer Souveränität gestaltete Raatz insbesondere die berühmte Ciaccona, die das Publikum sichtlich bewegte. Ebenso überzeugte die anschliessende Sonate in Es-Dur von Wolfgang Amadeus Mozart durch ihre Leichtigkeit und ihren dialogischen Charakter zwischen Violine und Cembalo.
Einen spannenden Kontrast setzte das zeitgenössische Werk «Mohnblumen für Wolfgang» der Komponistin Clara Jaz, das mit feinen Klangfarben und emotionaler Tiefe beeindruckte. Das kurze Werk ist nicht dem berühmten Komponisten gewidmet, sondern seinem Namensvetter Botschafter Wolfgang Amadeus Brülhart, welcher dem Konzert beiwohnte und ein treues Mitglied des Vereins ist. Den Abschluss des offiziellen Programms bildete die g-Moll-Sonate von Carl Philipp Emanuel Bach, deren expressive Sprache und dramatische Kontraste eindrucksvoll zur Geltung kamen.
Nach dem letzten Akkord spendete das Publikum langanhaltenden, begeisterten Applaus. Die Künstlerinnen bedankten sich mit einer kurzen, fein nuancierten Zugabe: einem Satz von Georg Philipp Telemann, der den Abend elegant abrundete und nochmals die stilistische Bandbreite barocker Musik aufblitzen liess.
Der Konzertabend zeigte eindrücklich, wie lebendig und berührend Musik vergangener Jahrhunderte auch heute noch sein kann. Die voll besetzte Rathaushalle und die grosse Resonanz des Publikums unterstreichen den hohen Stellenwert solcher kulturellen Veranstaltungen in der Region.
Hans-Ulrich Schär
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