Bruno Rölli
Er konnte seinen Gravurladen in neue Hände übergeben
MIO-Messeleiter Mike Zettel.
Bild: zvg
Die MIO steht vor der Tür: Vom 18. bis 20. September wird die rechte Aareseite in Olten wieder zum Treffpunkt für Aussteller, Gastronomiebetriebe und Besucher. Im Gespräch erklärt Messeleiter Mike Zettel, worauf man sich bei der Ausgabe 2026 besonders freuen darf.
Mike Zettel, Sie sind nun schon seit vielen Jahren für die MIO und andere Events verantwortlich. Sind Sie noch nervös, kurz bevor ein Anlass dieser Grösse über die Bühne geht?
Nein, eigentlich nicht wirklich. Für uns ist das mittlerweile Daily Business, und die MIO ist schon lange nicht mehr unser grösster Anlass. Ein gewisses Grundkribbeln bleibt aber immer. Gerade jetzt sind wir mitten in der Hochsaison und haben praktisch jeden Tag irgendeinen Anlass oder sind mit einem Auf- oder Abbau beschäftigt. Kurz vor dem Start geht einem deshalb schon nochmals durch den Kopf: Haben wir wirklich an alles gedacht? Ganz ohne dieses Gefühl geht es wahrscheinlich nie – und das ist auch gut so.
Die Kein Ding GmbH organisiert die Messe im Auftrag des «Quartierverein rechtes Aareufer Olten», der jüngst einen Vorstandswechsel vollzogen hat. Hat sich dies schon auf die MIO bemerkbar gemacht? Wie fiel der erste Austausch aus?
Der erste Austausch ist sehr positiv ausgefallen. Ich sage immer: Nach der MIO ist vor der MIO. Die Planung für die nächste Ausgabe beginnt bei uns jeweils sehr früh, entsprechend war zum Zeitpunkt des Vorstandswechsels bereits vieles geplant und aufgegleist. Deshalb hat sich der Wechsel auf die diesjährige MIO nicht gross ausgewirkt. Der Austausch mit dem neuen Vorstand war aber von Anfang an sehr angenehm und unkompliziert.
Bei den Ausstellern und in der Gastronomie sind viele langjährige MIO-Teilnehmer dabei. Was bedeutet Ihnen diese Treue?
Diese Treue bedeutet uns sehr viel und ist für uns auch ein Zeichen, dass die MIO funktioniert. Wenn Aussteller und Gastronomen Jahr für Jahr wieder dabei sind, zeigt uns das, dass wir vieles richtig machen. Gleichzeitig müssen wir das Konzept aber immer wieder überdenken und mit der Zeit gehen, damit die MIO für alle attraktiv bleibt – für die langjährigen Teilnehmer genauso wie für neue Aussteller und natürlich auch für die Besucherinnen und Besucher.
Wie schwierig ist es, für alle neuen Aussteller einen Standort zu finden, mit dem sie zufrieden sind?
Es ist schon eine gewisse Herausforderung, denn natürlich hat jeder Aussteller seine Vorstellungen und Wünsche. Gleichzeitig müssen wir das Gesamtbild der Messe im Auge behalten und darauf achten, dass die verschiedenen Branchen gut verteilt sind. Wir versuchen, auf die Wünsche möglichst gut einzugehen, aber am Ende kann man es nicht immer allen zu hundert Prozent recht machen. Bisher haben wir aber fast immer eine Lösung gefunden, mit der alle gut leben können.
Das grosse Highlight in diesem Jahr ist das Nostalgieriesenrad vor der Friedenskirche. Wie kam es dazu? Und wird die MIO nun zur «Chilbi der rechten Aareseite»?
Die Idee mit dem Riesenrad ist eigentlich gar nicht neu. Wir wollten das bereits 2020 umsetzen, um den Platz bei der Friedenskirche stärker einzubeziehen und die Engelbergstrasse attraktiver zu gestalten. Dann kam Corona dazwischen, und in den darauffolgenden Jahren war leider kein passendes Riesenrad verfügbar. Umso schöner ist es, dass es dieses Jahr endlich klappt.
Eine Chilbi wird die MIO deswegen aber sicher nicht. Ein Riesenrad ist für mich vielmehr eine zusätzliche Attraktion und passt auch zur Geschichte der MIO. Ich kann mich noch gut erinnern: Als ich klein war, gab es auf dem Vorplatz des Säliparks sogar einen kleinen MIO-Lunapark mit Autoscooter, Fliegern und weiteren Bahnen. In diesem Sinne ist die Idee gar nicht so neu, wie sie vielleicht auf den ersten Blick wirkt.
Welche Neuerungen gilt es sonst beim Rahmenprogramm hervorzuheben?
Wir sind laufend daran, die MIO weiterzuentwickeln und der heutigen Zeit anzupassen. Dabei möchten wir künftig auch wieder vermehrt auf ein attraktives Rahmenprogramm setzen. Noch können wir nicht alle Ideen umsetzen, die wir im Kopf haben, aber das soll Schritt für Schritt kommen. Dieses Jahr freue ich mich besonders auf die Gaukler, das Kinderkonzert mit Grüüveli Tüüfeli vom Sälipark und natürlich auf das Riesenrad. Ich denke, damit haben wir für Gross und Klein einiges zu
bieten.
2013 hatten Sie erstmals die Messeleitung der MIO inne. Sind Sie nun, 13 Jahre später, da, wo Sie mit der Messe hinwollten? Und wo sehen Sie noch Potenzial?
Das ist schwierig zu sagen, denn in 13 Jahren hat sich vieles verändert – nicht nur die MIO, sondern auch das Verhalten und die Erwartungen der Besucher und Aussteller. 2020 hatten wir einiges vor und wollten mit der MIO einen grösseren Schritt machen. Bekanntlich fand sie dann wegen Corona nicht statt, und danach war für eine gewisse Zeit etwas der Wurm drin.
Aber genau das gehört für mich auch dazu: Eine Messe wie die MIO muss sich von Zeit zu Zeit neu erfinden und mit der Zeit gehen. Und ich habe das Gefühl, dass wir gerade wieder an diesem Punkt sind und einiges in Bewegung kommt. Es gibt noch viel Potenzial und auch noch einige Ideen, die wir in den nächsten Jahren umsetzen möchten.
Interview: David Annaheim
Alle Infos zur MIO: www.mio-olten.ch
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